Diese Publikation wird finanziell unterstützt vom
Institut für Gesprächsforschung

347 Seiten
Erscheinungstermin 4/2005
ISBN 3-936656-16 - 9

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Über das Buch

Streitigkeiten um Glaubwürdigkeit sind in interpersonellen Konflikten an der Tagesordnung. In einer konversationsanalytischen Untersuchung wird am Beispiel von Schlichtungsgesprächen untersucht, mit welchen narrativen, argumentativen und rhetorischen Techniken Streitbeteiligte die Glaubwürdigkeit von Darstellungen angreifen und verteidigen. 

Anhand der Analyse typischer Sequenzmuster der Verhandlung von Glaubwürdigkeit, ihrer makroprozessualen Dynamik und der Formen der Auflösung von Auseinandersetzungen werden generelle Funktionen von Glaubwürdigkeitsrhetorik deutlich: Sie dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern ist ein Verfahren zur Durchsetzung verschiedenster Ansprüche.

Durch die Auseinandersetzung um Glaubwürdigkeit wird eine rituelle Kompensation erlittener Kränkungen durch den Gesprächsprozess selbst geleistet. Diese Kompensation nutzt den Status der zentralen kommunikativen Werte 'Wahrheit' und 'Aufrichtigkeit' in der Kommunikationsideologie unserer Gesellschaft als Ressource der interpersonellen Balance und Gesichtswahrung.

Über den Autor

Arnulf Deppermann, PD Dr. Dipl. Psych., M.A., geb. 1964, studierte germanistische Sprachwissenschaft, Psychologie und Philosophie und promovierte mit der Arbeit "Glaubwürdigkeit im Konflikt. Rhetorische Techniken in Auseinandersetzungsprozessen" (Erstveröffentlichung: Frankfurt am Main: Lang 1997).

Er arbeitet gegenwärtig an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Konstruktionsgrammatik, Semantik, Argumentation, Jugend-, Konflikt-, Medien- und medizinische Kommunikation sowie in der Weiterentwicklung der konversationsanalytischen Methodik und ihrer Integration mit ethnografischen Zugängen. Herausgeber der Internetzeitschrift "Gesprächsforschung" (mit Martin Hartung).

Weitere Buchveröffentlichungen:

  • "Gespräche analysieren." Opladen: Leske+Budrich 1999;
  • "Rekonstruktion narrativer Identität" (mit Gabriele Lucius-Hoene). Opladen: Leske+Budrich 2002;
  • "be-deuten. Wie Bedeutung im Gespräch entsteht" (Hg. mit Thomas Spranz-Fogasy). Tübingen: Stauffenburg 2002;
  • "Argumentieren in Gesprächen" (Hg. mit Martin Hartung). Tübingen: Stauffenburg 2003;
  • "Angewandte Linguistik" (Hg. mit Karlfried Knapp, Gerd Antos, Michael Becker-Mrotzek et al.). Tübingen: Francke 2004;
  • "Grammatik und Semantik aus gesprächsanalytischer Sicht" (Habilitationsschrift) erscheint 2006 bei de Gruyter, Berlin.

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© Verlag für Gesprächsforschung, Dr.Martin Hartung, 7.9.2005

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